Rette deine Haut!
Hintergründe zu Sonne, Strahlung und Solarien

UV-Strahlung

Ohne die Sonne wäre ein Leben auf unserem Planeten nicht möglich. Ihre Strahlung unterstützt die Photosynthese bei Pflanzen, sorgt für Licht und Wärme, fördert unsere Vitalität und unser seelisches Wohlbefinden.

Dieses Wohlbefinden und die steigende körperliche Leistungsfähigkeit sind vor allem auf die Helligkeit und die Wärme der Sonnenstrahlung zurückzuführen.

Die Sonne strahlt neben Licht und Wärme aber auch ultraviolette (UV-)Strahlung ab. UV-Strahlung fördert die Bildung von lebenswichtigem Vitamin D3 , das vom Körper für den Aufbau und Erhalt der Knochen benötigt wird. Dazu genügen bereits 15 Minuten Sommersonne auf Gesicht und Hände - auch in unseren Breitengraden. Alles darüber hinaus kann der Gesundheit schaden. Die Haut altert schneller und langfristig wächst das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken.

UV-Strahlung spürt man leider erst, wenn es zu spät ist. Sie ist für das menschliche Auge unsichtbar und dringt unterschiedlich tief in die Haut ein. Die Intensität der Strahlung hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Tageszeit: Je höher die Sonne am Himmel steht, desto höher ist der Anteil an der UV-Strahlung.
  • Jahreszeit: Im Sommer ist die UV-Strahlung am intensivsten.
  • Geographische Lage: Am Äquator ist die UV-Strahlung am stärksten, weil sie dort im Zenit senkrecht auf die Erde strahlt. Mit zunehmender Nähe zum Äquator wird die Sonnenintensität entsprechend stärker.
  • Höhenlage: Je klarer die Luft und je höher die Lage, desto intensiver dringt die Sonnenstrahlung zu uns vor.
  • Bewölkung: Starke Bewölkung reduziert die Stärke der UV-Strahlung, hebt sie aber nicht vollkommen auf - teilweise verstärkt sie sich sogar.
  • Umgebung: UV-Strahlung wird durch Schnee, Wasser, Sand und sogar Asphalt reflektiert.

Wirkungsweise

Je intensiver die Sonne strahlt, desto größer ist die Belastung der Haut. Abhängig von der Wellenlänge wird unterschieden zwischen UV-A und UV-B-Strahlung. Die UV-B-Strahlung dringt bis in die Basalzellschicht mit ihren pigmentbildenden Zellen ein. Die UV-A-Strahlen dringen noch tiefer, bis in die mittlere Hautschicht, die Lederhaut, ein.

Vitamin D3

Die positive Wirkung von UV-Strahlung wird oft überschätzt. Lebensnotwendig ist sie nur zum Aufbau von Vitamin D3 im menschlichen Körper. Dieses Vitamin reguliert den Calcium- und Phosphatstoffwechsel und fördert so die Mineralisierung und Härtung der Knochensubstanz. Pralle Sonne ist dafür jedoch nicht nötig und schadet dem Körper mehr, als dass sie nützt. Die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention und die Deutsche Krebshilfe haben gemeinsam mit anderen Fachgesellschaften in einem ‚UV-Schutz-Bündnis‘ gemeinsam Empfehlungen zum bewussten Umgang mit UV-Strahlung zur Bildung des körpereigenen Vitamin D erarbeitet.

Das vom Bundesministerium für Strahlenschutz (BfS) initiierte UV-Bündnis besteht aus 22 Vertretern von Fachorganisationen aus den Bereichen Strahlenschutz, Ernährungswissenschaften, Medizin, Risikobewertung und Forschung und hat im Dezember 2014 seine Empfehlung zur „UV-Exposition zur Bildung des körpereigenen Vitamin D“veröffentlicht. Für eine ausreichende Synthese von Vitamin D genügt es demnach, Gesicht, Hände und Arme unbedeckt und ohne Sonnenschutzmittel zwei- bis dreimal in der Woche der Hälfte der minimalen sonnenbrandwirksamen UV-Dosis auszusetzen – das bedeutet der Hälfte der Zeit, in der man ungeschützt einen Sonnenbrand bekommen würde. Für Menschen mit Hauttyp II reicht bei einem UV-Index von 7 demnach eine Bestrahlungszeit von rund zwölf Minuten aus. Der UV-Index zeigt die an einem Tag höchstmögliche UV-Bestrahlungsstärke an und wird auf einer Skala von 1 bis 11 angegeben.

Von starken, nicht ärztlich kontrollierten UV-Bestrahlungen – sei es zum Zweck der Vitamin-D-Bildung, der Selbsttherapie eines Vitamin-D-Mangels oder der Bräunung – rät das UV-Bündnis dringend ab. Wissenschaftliche Studien und Untersuchungen belegen, dass UV-Strahlung Hautkrebs verursachen kann. Die Deutsche Krebshilfe und die ADP warnen deshalb seit Jahren ausdrücklich vor der Nutzung von Solarien. Die gesetzlich festgelegte höchste Bestrahlungsstärke in Solarien entspricht der höchsten der Erde, die mittags am Äquator bei wolkenlosem Himmel herrscht. Studien zeigen, dass das Risiko am malignen Melanom, dem aggressiven schwarzen Hautkrebs, zu erkranken, um 60% steigt, wenn Solarien erstmals vor dem Alter von 35 Jahren genutzt werden. Wer in den weniger sonnenreichen Monaten um seinen Vitamin D-Haushalt fürchtet, sollte sich deshalb im Zweifel gesundheitlich durchchecken lassen, statt das Solarium aufzusuchen. Die Empfehlung des fachübergreifenden UV-Bündnis stellt klar: Ein Mangel an Vitamin D kann nur von ärztlicher Seite diagnostiziert und behandelt werden.

Über den Aufbau und Erhalt von Knochen hinausgehende  mögliche positive biologische Wirkungen von Vitamin D, wie zum Beispiel eine vermutete Schutzfunktion gegen Brust- und Dickdarmkrebs, sind wissenschaftlich nicht genügend untermauert. Sollte die Wissenschaft hier neue, gesicherte Erkenntnisse liefern, so werden diese in Empfehlungen zum Umgang mit natürlicher und künstlicher UV-Strahlung einfließen.

UV-Index

Der globale, solare UV-Index (UVI) gibt die Stärke der UV-Strahlung auf der Erde wieder. Er wurde entwickelt, um die Menschen vor übermäßiger UV-Belastung zu warnen.

Der UVI ist international einheitlich und anhängig von der geografischen Lage, der Tages- und Jahreszeit und der Dicke der Ozonschicht. Der UV-Index beginnt bei 1 und erhöht sich mit der Strahlung. Je höher der UV-Index, desto größer die Gefahr für Haut und Augen. Angegeben wird immer der Maximalwert, der mittags erreicht wird. Anhand dieses UV-Indexes (und unter Berücksichtigung des individuellen Hauttyps), kann jeder seine maximale Aufenthaltsdauer in der Sonne ablesen und für einen entsprechenden UV-Schutz sorgen.

Bei einem UV-Index von 0 bis 2 ist die Belastung niedrig und es sind keine Schutzmaßnahmen nötig. Bei einem UVI zwischen  3 (mittlere Belastung) und 7 (hohe Belastung) sollte während der Mittagszeit Schatten aufgesucht, entsprechende Kleidung getragen und die unbedeckte Haut mit Sonnencreme geschützt werden. Ab einem UVI von 8 (sehr hohe Belastung) sind weiterreichende Schutzmaßnahmen nötig, um seine Haut vor einem Sonnenbrand zu schützen: In den Mittagsstunden möglichst im Haus bleiben, auf jeden Fall Schatten aufsuchen und unbedingt entsprechende Kleidung, Hut und Sonnenbrille tragen und die unbedeckte Haut mit Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfakor eincremen.

Achten Sie vor allem bei Aktivitäten im Freien auf diesen Wert und schützen Sie auch Ihre Kinder dementsprechend. Den UVI erfahren Sie in vielen Wetterberichten oder im Internet, beispielsweise beim Deutschen Wetterdienst oder - in den Sommermonaten - auf den Seiten des Bundesamtes für Strahlenschutz. Allgemeine Schutzempfehlungen beziehen sich immer auf einen allgemeinen Hauttyp 2, der nicht vorgebräunt ist.

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Letzte Aktualisierung: 23.06.2016