Rette deine Haut!
Hintergründe zu Sonne, Strahlung und Solarien

Solarium

"Sonne tanken" auf Knopfdruck – für viele gehört der regelmäßige Gang ins Sonnenstudio bereits zum Alltag. Die Deutschen sind europaweit sogar Spitzenreiter im künstlichen Sonnenbaden. Etwa 12,8 Millionen Bundesbürger besuchen mehr oder weniger oft eines der rund 5.000 Solarien mit insgesamt ca. 53.000 Bräunungsgeräten.

So einfach der Gang ins Solarium auch ist, so gefährlich können die Nebenwirkungen sein. Die intensive UV-Bestrahlung auf der Sonnenbank führt zu Hautschäden, vorzeitiger Hautalterung und schlimmstenfalls sogar zum Hautkrebs. Gesunde Bräune ist also auch im Solarium nicht zu haben!

Im Juli 2009 wurden UV-Strahlung und Solarien von der International Agency for Research on Cancer (IARC) als krebserregend eingestuft. Zum Schutz ist es Minderjährigen in Deutschland seit August 2009 gesetzlich verboten, Solarien in öffentlich zugänglichen Räumen zu besuchen.

Hier lesen Sie mehr zum Solarienverbot für Minderjährige.

Wissenschaftliche Befragung zur Nutzung von Solarien und Sonnenstudios

Eine bundesweite Befragung hat ab August 2011 Nutzer von Sonnenstudios zu deren Motiven befragt und das Risikobewusstsein erforscht. Im Rahmen der so genannten SUN-Study (SUN-Study -  Sunbed-Use: Needs for Action-Study) hat das Mannheimer Institut für Public Health (MIPH) der Universität Heidelberg zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) e.V. bundesweit rund 4.000 Deutsche anonym und telefonisch befragt. An der Durchführung waren Präventivmediziner, Epidemiologen und Dermatologen beteiligt. Die Studie wurde geleitet von Prof. Dr. Sven Schneider. Die Deutsche Krebshilfe e.V. förderte dieses Forschungsprojekt.

Laut dieser Studie haben sich 12,8 Millionen Bundesbürger im Alter von 14 bis 45 Jahren bereits einmal im Solarium gebräunt – 4,8 Millionen davon allein im Jahr 2011. Typische „Viel-Nutzer“ unter den Solariengängern sind berufstätige Frauen im Alter von 18 bis 25 Jahren. Sie gehen etwa doppelt so häufig auf die Sonnenbank wie gleichaltrige Männer. „Etwa 18 Prozent der 18- bis 25-jährigen Solariennutzer haben bereits als Minderjährige mit dem künstlichen Besonnen
begonnen“, sagt Professor Dr. Sven Schneider, Leiter der Studie am MIPH. „Dies ist ebenso erschreckend, wie die Tatsache, dass Jugendliche im Befragungszeitraum trotz gesetzlichen Verbots Sonnenbänke benutzt haben.“
Die SUN Study 2012 belegt auch eine schlechte Beratungsqualität seitens der Solarienbetreiber: Lediglich 26 Prozent der Kunden, die ein hohes individuelles Erkrankungsrisiko für „schwarzen“ Hautkrebs aufwiesen, wurden entsprechend beraten und vor einem Sonnenbankbesuch gewarnt. 40 Prozent erhielten keine vorgeschriebene Schutzbrille und das Personal hätte Minderjährigen das Bräunen untersagen müssen.

Letzte Aktualisierung: 19.09.2014