Rette deine Haut!
Hintergründe zu Sonne, Strahlung und Solarien

Solarienverbot unter 18

Ende Juli 2009 stufte die Internationale Krebsforschungsagentur IARC (International Agency for Research on Cancer), die zur Weltgesundheitsorganisation gehört, UV-Strahlung und Sonnenstudios in die Krebsrisikostufe 1 ("krebserregend") hoch. Bis dahin waren regelmäßige Solarienbesuche nur mit "wahrscheinlich krebserregend" beurteilt worden. Die IARC beurteilt Solarien somit als ebenso gefährlich wie Röntgenstrahlen, Zigarettenrauch oder Asbest. Die (englischsprachige) Pressemitteilung finden Sie hier.

Wer vor dem 35. Lebensjahr regelmäßig Solarien nutzt, verdoppelt sein Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Gerade die Entstehung vom besonders gefährlichen „Schwarzen Hautkrebs“, dem Malignen Melanom, wird durch den regelmäßigen Besuch in Solarien begünstigt. Um dieser Entwicklung vorzubeugen, trat am  4. August 2009 ein neues Gesetz in Kraft. Zum Schutz vor krebserregender UV-Strahlung ist es Minderjährigen nun nicht mehr gestattet, Solarien zu besuchen. In Artikel 1, § 4 des Gesetzes zur "Regelung des Schutzes vor nicht-ionisierender Strahlung" heißt es: "Die Benutzung von Anlagen (...) zur Bestrahlung der Haut mit künstlicher ultravioletter Strahlung in Sonnenstudios, ähnlichen Einrichtungen oder sonst öffentlich zugänglichen Räumen darf Minderjährigen nicht gestattet werden."

Seit November 2012 ist die UV-Schutzverordnung rechtskräftig. Sie enthält klare Vorgaben, um den Gesundheitsschutz der Verbraucher in Solarien zu verbessern. Die Vorschriften der Verordnung gelten für alle Solarienbetreiber; bei Verstößen drohen Bußgelder. Solariengeräte dürfen eine Strahlungsintensität von 0,3 Watt pro Quadratmeter nicht mehr überschreiten und Nutzer müssen zu ihrem Hauttyp und Hautkrebsrisiko fachkundig beraten werden und erhalten einen individuellen Betrahlungsplan. Menschen mit Hauttyp I und II sollen ebenso wie Minderjährige von den Betreibern nicht zugelassen werden. Damit sind die Weichen für einen besseren Gesundheitsschutz in Solarien gestellt: Deutschland übernimmt weltweit eine Vorreiterrolle im Strahlenschutz.

Seit über zehn Jahren weist die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) e.V. zusammen mit der Deutschen Krebshilfe (DKH) und der Strahlenschutzkommission (SSK) auf die krebserregende Wirkung von UV-Strahlung hin und rät grundsätzlich von einer Nutzung ab.

Die ADP, DKH und die SSK begrüßen das Solarienverbot für Minderjährige und die UV-Schutzverordnung, die das Bundesumweltministerium erarbeitet hat. Um diejenigen zu schützen, die sich nicht von einem Solarienbesuch abhalten lassen, fordern ADP, DKH und die SSK nachdrücklich die schnelle Umsetzung der Verordnung in den Bundesländern. Diese sollten zeitnah Behörden benennen, die die Auflagen vor Ort kontrollieren, um die Risiken in Solarien zum Schutz der Verbraucher zu reduzieren.

Inhalte der Verodnung:

Das Sonnenstudio
• ist ein beaufsichtigtes Studio (kein Münzautomat),
• weist im Eingangsbereich auf das Verbot für Minderjährige hin.

Das Personal
• lässt Minderjährige nicht zu,
• händigt (ungefragt) eine Schutzbrille aus,
• schließt Personen mit Hauttyp I und II aus,
• weist auf (mögliche) Nebenwirkungen der UV-Strahlung hin,
• bestimmt den Hauttyp,
• fragt nach dem Zeitabstand zum letzten Solarienbesuch,
• erkundigt sich nach eventuellen Sonnenbränden und Hautkrankheiten,
• erkundigt sich nach Medikamenteneinnahme,
• weist darauf hin, dass ein Solarium nur ungeschminkt und ohne die Verwendung von Sonnencreme benutzt werden darf,
• berechnet die individuelle Anfangs-Bestrahlungszeit,
• erstellt einen persönlichen Dosierungsplan,
• händigt weitere Informationen zur Nutzung aus.

Das Bräunungsgerät
• hat den Warnhinweis: UV-Strahlung kann akute Schäden an Haut und Augen verursachen, führt zu vorzeitiger Hautalterung und erhöht das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken,
• weist darauf hin: Hauttyp I und II sind ein Ausschlusskriterium für die Nutzung, Medikamente und Kosmetika erhöhen die Hautempfindlichkeit,
• ist nach EU-Regelung gekennzeichnet: "Bestrahlungswert von maximal 0,3W/m² wird nicht überschritten",
• gibt die maximale Betrahlungsdauer bei Erstbetrahlung ungebräunter Haut für die verschiedenen Hauttypen an,
• schaltet bei Überschreiten der maximalen Betrahlungsdauer automatisch ab,
• hat einen Notabschaltknopf.

Achtung: Das Zertifikat „Geprüftes Sonnenstudio, zertifiziert nach den Kriterien des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS)“ ist nicht mehr gültig!

Letzte Aktualisierung: 29.11.2018