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14.05.2020

COVID-19 – Wie steht es um die Gesundheitsversorgung von Hautkrebspatienten?

© pixabay.com

In Zeiten der COVID-19-Pandemie befürchten Krebspatienten eine Beeinträchtigung ihrer Therapie – zum einen aufgrund der erwarteten Kapazitätsbelastung im Gesundheitssystem und zum anderen durch die persönliche Angst, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Dies könnte zur Folge haben, dass wichtige Termine zur Krebsdiagnose sowie Krebsbehandlungen verschoben werden oder gar ausfallen. Ist die Versorgung von Hautkrebspatientinnen und -patienten aufgrund der derzeitigen Krise gefährdet?

Die Versorgungssituation in Deutschland

Erst kürzlich bildete die Deutsche Krebshilfe gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft sowie dem Deutschen Krebsforschungszentrum eine „Task Force", um Entwicklungen in der Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten während der Pandemie zu beobachten.

Bisher konnten keine bedrohlichen Engpässe in der Krebsversorgung festgestellt werden, dennoch sind Einschränkungen durch die Krisensituation zu erkennen. Sorgen bereiten der Task Force vor allem ausgesetzte Abklärungs-, Früherkennungs- und Nachsorgeuntersuchungen sowie die Furcht der Patienten vor einer Infektion, die nicht selten zur Absage eines Arztbesuchs führt. Dies lässt eine Vielzahl an zu spät diagnostizierten Krebsfällen in absehbarer Zukunft erwarten.

Auch hinsichtlich Hautkrebserkrankungen stellt die verspätete Diagnose und die verzögerte Behandlung ein Risiko für Betroffene dar. Ein frühzeitiger Therapiebeginn verbessert die Heilungschancen und kann die Überlebenszeit erheblich verlängern. Das Coronavirus kann direkt oder indirekt eine Behandlungsverzögerung hervorrufen, sodass das Behandlungsfenster vor allem bei Patienten mit metastasierendem Hautkrebs lebensbedrohlich verkürzt sein kann. Aufgrund dessen rät die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention, Untersuchungen zur Früherkennung und Abklärung sowie Behandlungstermine nicht auszusetzen – gegebenenfalls in Absprache mit dem behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin.

Infektionsrisiko für Krebspatientinnen und -patienten

Die Covid-19-Pandemie stellt nicht nur in der Versorgung von Krebspatienten eine Herausforderung dar, sondern auch die Infektion selbst geht bei Betroffenen mit größeren Risiken einher. Die Krebstherapie kann eine Schwächung des Immunsystems hervorrufen, welche wiederum schwerere Covid-19-Verläufe begünstigt. Erste verfügbare Studien kommen zu dem Ergebnis, dass Krebspatientinnen und -patienten durch eine SARS-CoV-2-Infektion ein höheres Risiko der Übersterblichkeit erwarten müssen.

Beispielsweise in Italien, die über höhere Infektionszahlen und in Teilen über eine massive Belastung der Gesundheitsversorgung klagen, wurde aufgrund des Risikos ein Selektierungssystem für Patienten an einem der größten Krebs- und gleichzeitig Covid-19-Zentren erfunden. Dieses basiert auf einer bestmöglichen Ausbalancierung des Infektionsrisikos und des Risikos einer fortschreitenden Krebserkrankung. Wenn das Risiko der Krebserkrankung das Infektionsrisiko überwiegt, wird die Therapie fortgeführt. Bei einem überwiegendem Infektionsrisiko hingegen erfolgt die Verschiebung eines Termins. In verschiedenen Stufen wird dabei auch das medizinische Personal sowie die Durchführung von Tests bei symptomatischen Patienten berücksichtigt.

In Deutschland scheint die Situation aufgrund des derzeitigen Rückgangs der Infektionszahlen insgesamt weniger bedrohlich. Auch hier kommt es jedoch zu regionalen Unterschieden, sowohl hinsichtlich der Gesundheitsversorgung als auch des Infektionsrisikos. Wichtige Arzttermine sollten jedoch vor allem bei Krebspatientinnen und -patienten wahrgenommen werden, bestenfalls in Abwägung des individuellen Risikos mit dem Arzt oder der Ärztin.

 

Quellen

  • Conforti, C., Giuffrida, R., Di Meo, N., Zalaudek, I. (2020). Management of advanced melanoma in the COVID-19 era. Dermatol Ther. 2020 Apr 22:eacronym. doi: 10.1111/dth.13444.
  • Deutsche Krebshilfe (2020). Onkologische Versorgung während der COVID-19-Pandemie. Bonn/Heidelberg/Berlin: Deutsche Krebshilfe. S. 1f.
  • Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. (2020). Coronavirus-Infektion (COVID-19) bei Patienten mit Blut- und Krebserkrankungen. Berlin: DGHO. S. 38, 45.
  • Tagliaferri, L., Di Stefani, A., Schinzari, G., Fionda, B., Rossi, E., Del Regno, L., Gentileschi, S., Federico, F., Valentini, V., Tortora, G., Peris, K. (2020). Skin cancer triage and management during covid-19 pandemic. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2020 Apr 25. doi: 10.1111/jdv.16529
  • Wollina, U. (2020). Challenges of COVID-19 pandemic for dermatology. Dermatologic Therapy. S. e13430. doi:10.1111/dth.13430.

Autor*innen

Elisa Großmann ist wissenschaftliche Hilfskraft bei der ADP.

Schabnam Nyeazi hat uns im Rahmen eines studentischen Praktikums unterstützt.