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Hautkrebs

In den letzten Jahrzehnten hat die Bedeutung des Hautkrebses in der Bevölkerung zugenommen. Die Hauptursache der seit den 70er-Jahren steigenden Hautkrebsneuerkrankungen ist in einem veränderten Freizeitverhalten und der damit einhergehenden zunehmenden UV-Belastung zu sehen.

Hautkrebs ist die weltweit am häufigsten auftretende Krebserkrankung. Etwa jeder Vierte erkrankt hierzulande bis zum Alter von 75 Jahren an Hautkrebs. Die Tendenz ist steigend – in der Bundesrepublik und auch weltweit.

Nach aktuellen Hochrechnungen des Krebsregisters Schleswig-Holstein und der Gesellschaft der epidemiologischen Krebsregister in Deutschland e.V. (GEKID) erkranken in Deutschland jährlich über 260.000 Menschen neu an Hautkrebs (‚in situ‘ und invasive Formen zusammengerechnet).

Der in der Bevölkerung wohl bekannteste Hautkrebs ist das Maligne Melanom, auch als "Schwarzer Hautkrebs" bezeichnet. Insgesamt erkranken rund 30.600 Menschen an diesem bösartigen Hautkrebs. Sehr viel häufiger als das Maligne Melanom, aber weniger bekannt, sind das Basalzellkarzinom und das Plattenepithelkarzinom. Das Risiko, an einer dieser sogenannten nichtmelanozytären Hautkrebsarten zu erkranken, steigt mit der lebenslang erworbenen UV-Dosis und daher mit zunehmendem Alter. An diesen "weißen" oder "hellen" Hautkrebsen" erkranken jedes Jahr etwa 233.000 Menschen neu.

Häufig werden in der Gesundheitsberichterstattung nur invasiv wachsende bösartige Neubildungen gezählt. Hierbei handelt es sich um Tumoren, die die Basalmembran der Haut bereits durchbrochen haben und somit Tochtergeschwülste ausbilden können. Oberflächlich wachsende Tumoren, die nur auf die Epidermis, also die oberste Hautschicht, begrenzt sind und die Basalmembran noch nicht durchbrochen haben, werden als ‚in situ‘-Karzinome bezeichnet. Diese können aber in eine tiefere Hautschicht weiterwachsen und invasiv werden. Daher sind auch sie behandlungsbedürftig.

Zur Vermeidung von Hautkrebs ist Aufklärung der Bevölkerung über die Gefahren der UV-Lichtexposition und den richtigen Umgang mit natürlicher und künstlicher Strahlung erforderlich. Neben einer Steigerung der Inanspruchnahme von gesetzlichen Krebsfrüherkennungs-Untersuchungen und einer Verbesserung der Diagnosequalität ist auch eine regelmäßige Selbstbeobachtung wichtig – denn früh erkannt ist Hautkrebs zu nahezu 100 % heilbar.

S3-Leitlinie Prävention von Hautkrebs

Erstmals ist eine Leitlinie zur Prävention von Hautkrebs erschienen, die Ärzte bei der Patientenaufklärung unterstützen soll. Diese setzt sich auf höchstem wissenschaftlichen Niveau sowohl mit der Ursachenvermeidung als auch mit der Früherkennung auseinander. Ziel ist es, Ärzten und anderen Berufsgruppen, die sich mit der Prävention von Hautkrebs befassen, wissenschaftlich begründete, praktikable Präventionsempfehlungen an die Hand zu geben, die zu einer Verbesserung der Gesundheit und der Lebensqualität beitragen.

Die Leitlinie Hautkrebsprävention ist eine sogenannte S3-Leitlinie. Sie entspricht den höchsten, international einheitlich definierten Ansprüchen an eine Leitlinie. Erstmals wurden hierbei die Methoden, mit denen sonst der aktuelle Wissensstand hinsichtlich Diagnostik und Therapie einer Erkrankung bewertet wird, auf die Krebsprävention übertragen. Dort, wo die Studienlage keine eindeutige Bewertung zuließ, enthält die Leitlinie Empfehlungen auf der Basis eines Expertengremiums aus Fachärzten und Patientenvertretern.

Die Leitlinie gliedert sich in die Punkte primäre Prävention, sekundäre Prävention (Hautkrebs-Früherkennung, Screeningtest/Verdachtsdiagnostik, Bestätigungsdiagnostik, Arzt-Patienten-Kommunikation, Implementierung und Qualitätssicherung Hautkrebs-Screenings), Informieren der Bevölkerung/Öffentlichkeit und Qualitätsindikatoren.

Die Deutsche Krebshilfe hat die Erstellung der Leitlinie im Rahmen ihres Leitlinienprogrammes Onkologie mit 355.000 Euro gefördert. Eine Bürgerinformation auf der Grundlage der S3-Leitlinie ‚Hautkrebsprävention‘ ist ebenfalls in Vorbereitung.

Folgende Dokumente stehen zum Download bereit:

 

Alle Dokumente finden Sie auch auf http://leitlinienprogramm-onkologie.de/Leitlinien.7.0.html und auf der Seite der AWMF (http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/032-052OL.html).

Risikofaktoren

Die Anzahl der nach der Geburt erworbenen Pigmentmale stellt den höchsten Risikofaktor für das Maligne Melanom dar. Menschen mit mehr als 40 ...

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Letzte Aktualisierung: 23.06.2016